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Willkommen

Schwestern und Brüder!

Als ich über die vor uns liegende Zeit des Adventes nachsinnte, fiel mir der Satz von Paulus ein: (2. Brief an die Thessalonicher 1): „Lasst Euch nicht so schnell aus der Fassung bringen und in Schrecken jagen!“

Damals ging es um die Frage der Wiederkunft Christi und damit um den Weltuntergang. Und heute? Die Welt steht Kopf. Unfassbare Dinge strömen auf uns zu. Nachvollziehbare Verunsicherung macht sich breit. Die Folgen eines dramatischen und grausamen Krieges werden in der eigenen Umgebung spürbar – zumindest für mich – zum ersten Mal in meinem Leben.

Andererseits lerne ich von Menschen um mich herum: „Das Leben geht weiter – was hilft uns das Klagen.“ Das ist für mich möglich durch Gottvertrauen – oder Gott vertrauen; und ich frage mich: Wie weit vertraue ich meinem Himmlischen Vater? Was traue ich Ihm zu?

Als Kind habe ich gelernt was mich als Jugendlicher begleitet hat: „Glaube kann Berge versetzen“ (vgl. 1 Kor 13,2). 

Im Laufe meines Lebens konnte ich – nicht nur bei mir – beobachten, wie wirkmächtig unser Glaube tatsächlich sein kann: Er kann Berge versetzen. Berge von Angst und Furcht, von Sorge und Not, von Hass und Verurteilung, von Verdruss und Groll. Es ist ein Glaube, der mich einlädt und lehrt, zu verzeihen, zu vergeben, zu lieben, barmherzig und großmütig zu sein, was zuvor u.U. in konkreten Dingen unvorstellbar erschien.

Lassen wir also Gott selbst die Berge in uns versetzen?! Lassen wir Ihn heran und herein! Er kann und will uns verändern. Mutter Teresa hatte so recht, wenn sie einem Journalisten auf seine Frage, „Was muss sich als erstes und am wichtigsten in unserer Kirche ändern?“, spontan antwortete: „Sie und ich!“ 

Wenn wir zum Kyrie manchmal singen: „Meine ganze Ohnmacht, was mich beugt und lähmt, bringe ich vor Dich. Wandle sie in Stärke; Herr erbarme Dich“ (GL_­­­­437), ist das der Wunsch abzugeben, was mich überfordert: Verwandle Du mich! Versetze Du die Berge in mir!

So bete ich heute für einen Advent der Verwandlung. Die Ankunft, die Geburt Jesu in meinem Herzen. Ganz neu und erneuernd, damit so viele unüberwindbar erscheinende Berge als möglich im Vertrauen auf Seine Macht und Stärke abgetragen werden können.

Von ganzem Herzen wünsche Ich uns allen eine wahrhaft segensreiche und im Herzen friedvolle Advents- und Weihnachtszeit.

Ihr Pater Theo M.Id.