header image
Willkommen

Alles grünt und sprießt! Die Natur zeigt in ihrer Blütenpracht, was sie kann! Das passt so wunderbar zu Ostern, das passt perfekt zur Botschaft des neuen Lebens, das Gott uns schenken will. Es ist eine Freude, das zu sehen, zu riechen, zu erleben!
Doch es passt so überhaupt nicht zu dem, was wir in den Nachrichten zum Krieg in der Ukraine sehen. Wir hören von Not und Leid, wir sehen Zerstörung und ängstliche Gesichter. Und es will und will nicht enden. Vor einem halben Jahr schien es noch undenkbar, dass wir nun über Waffensysteme und Energie-Embargos diskutieren.

Viele von uns fühlen sich hilflos angesichts der Ereignisse, die wir aus der Ferne miterleben. Manche fragen sich gerade jetzt, wie das viele Leid zusammengeht mit der christlichen Osterbotschaft. Und wie wir umgehen können mit der Freude des Frühlings auf der einen und dem Eindruck von so viel Vernichtungswillen und Angst auf der anderen Seite. Dürfen wir uns unbeschwert freuen, während einige hundert Kilometer Raketen einschlagen? Müssen wir in ständiger Sorge umhergehen?

Das ist eine Gleichzeitigkeit sehr widersprüchlicher Eindrücke, die man im Kopf oder im Herzen nur schwer zusammenbringen kann.
Und wenn wir als Christinnen und Christen mit offenen Augen und Ohren durch diese Welt gehen – dann werden wir eben beides wahrnehmen, Wunderschönes und Furchtbares. Und beides wird uns in verschiedener Weise anrühren, wenn wir unsere Herzen nicht verschließen. Aber beides wird auch in irgendeiner Weise unseren Glauben tangieren.

Ich persönlich richte mich mit Bitten und Klagen an Gott und halte ihm mein Unverständnis und mein Unvermögen hin. Aber ich werde auch aktiv und versuche, meine Ohnmacht zu überwinden indem ich mich hilfreich einbringe (einige Aktionen, die wir unterstützen, finden sich auf S. …). Denn ich bin davon überzeugt, dass der aktive Einsatz für eine menschenfreundlichere Welt uns Christinnen und Christen nicht nur gut zu Gesicht steht. Es ist als politisch und gesellschaftlich praktizierte Nächstenliebe auch genau das, wozu Gott uns in die Verantwortung ruft für die Welt, in der wir leben.
Für geflüchtete Ukrainerinnen und ihre Kinder oder an anderer Stelle.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, dass Sie die Gleichzeitigkeit des Widersprüchlichen in Ihrem Leben gut zusammenbringen können.

René Pachmann