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+++ Gebet für Betroffene des Krieges +++

Auferlegter Verzicht

Fasten bedeutet, für eine bestimmte Zeit bewusst auf Dinge und Gewohnheiten des täglichen Lebens zu verzichten. Freiwilliger Verzicht kann eine heilsame Erfahrung sein, nämlich den Wert der Dinge wieder mehr zu schätzen und danach bewusster zu leben. Kann dies auch gelingen, wenn der Verzicht unfreiwillig erfolgt? So verhält es sich mit der Pandemie, die im 3. Jahr radikal in unser Leben eingreift, und zwar in den Kernbereich des Menschseins. Der auferlegte Verzicht geht an die Substanz des sozialen Lebens, verdrängt die menschliche Nähe, verhindert lebenswichtige Begegnungen. Ein solcher Verzicht fühlt sich nicht heilsam an; er macht unsicher, zermürbt und kann spalten. Das spüren wir auch als Kirchengemeinde. Im Lichte des bevorstehenden Osterfestes möchte ich uns fragen: Wie können wir als Christen durch die Kraft der frohen Botschaft aus dieser Enge herauskommen? Und noch mehr: was können wir als Kirche für eine verunsicherte Gesellschaft tun? Am Ostertag hatten sich die Jünger aus Angst vor der Öffentlichkeit in einem privaten Raum zurückgezogen. Da trat Jesus, der Auferstandene in ihre Mitte und sagte: „Der Friede sei mit euch!“ Auf diese Weise vollzog sich die Gründung der Kirche auf einem Scherbenhaufen, mit einer kleinen Gruppe verunsicherter Menschen.

Zusammenhalt als Gemeinde und Vertrauen in den nicht Menschen gemachten Frieden, das ist die frohe Botschaft, passgenau für die aktuelle Krisenzeit. Die frohe Botschaft verkündigen, indem wir für den Frieden Zeugnis geben, der nicht von dieser Welt ist. Hoffnung zeigen, gerade in einer Zeit, wo Frieden und Zusammenhalt in der Gesellschaft bedroht sind. „Der Friede sei mit euch!“ Dieser österliche Segen wird uns als junge Pfarrgemeinde und jedem Einzelnen als Töchter und Söhne in die konkrete Lebenssituation hinein geschenkt. Haben wir als Gemeinde, haben Sie persönlich eine Antwort darauf?

Als eine Übung und ein nachhaltiges Zeichen für die kommende Zeit lade ich Sie ein, wenn wir einander - mit oder ohne Handschlag - den Friedensgruß spenden, dies als Ermutigung und als direkten Auftrag vom Herrn selbst anzuerkennen.

Herzlichst, Ihr Peter Hartig, Diakon