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Willkommen

Schwestern und Brüder!

Vom 14. bis 17. Januar 2023 war unser Erzbischof Heiner Koch zur Visitation in unserer Pfarrei St. Maria Magdalena. Für unseren Erzbischof ist Visitation nicht nur eine verpflichtende Maßnahme, wenngleich er verpflichtet ist, die Pfarreien alle fünf Jahre zu besuchen. „Visitare“ im Lateinischen bedeutet „besuchen“, aber auch sehen („videre“), erklärte er uns. So ginge es darum viel zu sehen und zu hören. Am Ende muss ich sagen, dass es tatsächlich ein zutiefst geistlicher Besuch gewesen ist. Neben der täglichen Hl. Messe in Albert Hirsch (mit der wöchentlich üblichen Videoübertragung), der Pfarrkirche Heilig Kreuz und St. Hedwig in Müncheberg, habe ich die Visitation als ein Ständiges Gebet erlebt. Wie durch das Zeichen des bunten Regenbogens als Verbindung zwischen Himmel und Erde, hat jede einzelne Begegnung eine geistliche Verbundenheit unseres Erzbischofs mit der Pfarrei und ihren Gemeinden, mit den Gremien sowie auch mit Menschen, die nicht zu einer der Gemeinden oder Orte Kirchlichen Lebens gehörten. So z.B. mit den Politikern des Pfarreigebietes bei der Begegnung im St.-Marien-Dom zu Fürstenwalde. Dabei hat sich Bischof Heiner diese Visitation über mehrere Tage von morgens bis abends zugemutet, obwohl er sich Anfang Januar einer Fuß-Operation unterziehen musste und mit einem „Astronautenschuh“ sichtbar beeinträchtigt war. Immer wieder stellte er sich humorvoll vor: „Der Bischof geht am Stock.“ Markus Weber und ich haben ihn die gesamte Zeit begleiten dürfen. Ich muss sagen, dass dieser Marathon gar nicht so ermüdend und erschöpfend war (wie erwartet), sondern auch belebend, ja sogar kraftgebend.

Zu den besonders beeindruckenden Erlebnissen gehört die Kinder-Katechese, bei der er seinen Bischofsstab mit der Drei-Königs-Geschichte, die Mitra, den Bischofs-Ring, den Reißverschluss hinter den 33 Knöpfen des Talars und das Brustkreuz von Kindern umringt an die Altersklasse altersgemäß erzählte – ob in der Heiligen Messe in Heilig Kreuz, ob in der Grundschule des Bernhardinum oder in der Kita St. Franziskus zu Fürstenwalde. Die Kinder konnten ein Stück Himmel erleben und waren durch nichts von unserem Erzbischof abzulenken.

Die seelsorgliche Zuwendung unseres Erzbischofs war darüber hinaus in allen Bereichen zu beobachten, insbesondere bei unseren Alten und Kranken. Erforderliche Trauerarbeit in den aktuellen Prozessen und denen der Vergangenheit wusste er in oft kurzen Momenten einfühlsam zu begleiten.

Als zukunftsweisend und erfrischend bereichernd hob Bischof Heiner an mehreren Stellen die gute Beziehung zu den Geschwistern jenseits der Oder hervor. Dass die Grenzlage und die Geschwister an beiden Seiten der Oder gut im Blick seien, lobte er. Aus seiner Sicht war dieser Schatz deutlich spürbar. In der Abschlussreflektion bewunderte der Bischof die gute Stimmung insgesamt, die er während der vier Tage mit vielen engagierten Menschen erlebt habe, und ermutigte uns, den guten Weg weiter voranzuschreiten. Meinerseits danke ich Ihnen allen von ganzem Herzen, für die Offenheit in der Begegnung mit unserem Erzbischof und seinen Begleitern; Ihnen, die Sie sich flexibel auf die vorgegebenen Zeiten des Programmes eingelassen haben; Ihnen, die Sie ein Großteil der Vorbereitung geleistet haben, von der Terminplanung bis zur Verpflegung, insgesamt für die Begleitung in Gedanken und Gebet. Es war eine runde Sache, die uns aber auch einen Auftrag hinterlassen hat.

So wünsche ich mir aus der Dichte von Eindrücken und Anregungen Erkenntnisse für den geistlichen Weg, den wir in unserer Pfarrei St. Maria Magdalena Oderland-Spree in den kommenden Jahren fruchtbar werden lassen können. Dazu bitte ich um Ihr Gebet, um Offenheit und viel Geduld – mit mir und untereinander. Von ganzem Herzen wünsche ich uns allen eine wahrhaft segensreiche Fasten- und Osterzeit.